Der Mann im weißen Hemd
Kapitel 1: Der unerwartete Besucher
Es war ein warmer Sommerabend, als Anna in ihrem kleinen Apartment am Stadtrand saß. Die Sonne war gerade dabei, hinter den Dächern der Stadt zu verschwinden, und die letzten Lichtstrahlen tauchten die Wohnung in ein sanftes, goldenes Licht. Sie hatte den Tag über gearbeitet und wollte sich nun etwas Zeit für sich selbst gönnen. Doch eine unbestimmte Sehnsucht lag in der Luft, ein kribbelndes Gefühl, das sie nicht ignorieren konnte.
Plötzlich ertönte ein Klopfen an der Tür. Anna sprang auf, ihr Herz schlug schneller. Wer könnte das um diese Uhrzeit sein? Neugierig öffnete sie die Tür. Vor ihr stand ein Mann in einem weißen Hemd, das perfekt zu seiner athletischen Figur passte. Seine dunklen Haare fielen ihm leicht ins Gesicht, und seine Augen strahlten eine Mischung aus Selbstbewusstsein und Nervosität aus.
„Guten Abend“, sagte er mit einer tiefen Stimme, die ihren Körper zum Beben brachte. „Ich bin Lucas. Ich hoffe, das stört Sie nicht.“ Sein Lächeln war einladend und machte Anna sofort neugierig.
„Nein, gar nicht. Kommen Sie rein“, erwiderte sie hastig und stellte sich zur Seite. Lucas trat über die Schwelle, und ein Hauch von zitrusfrischem Parfum umgab ihn, was die Luft um sie herum elektrisierte.
Sie setzten sich auf das Sofa, und die Spannung zwischen ihnen war greifbar. Die Gespräche flossen leicht, aber Annas Gedanken schweiften immer wieder zu der Vorstellung, wie es wohl wäre, seinen warmen Körper direkt neben ihrem zu spüren. Lucas’ Blick ruhte für einen Moment auf ihren Lippen, und sie fühlte, wie ihre Wangen warm wurden.
„Um ehrlich zu sein, ich wollte Sie schon länger kennenlernen“, gestand Lucas und beugte sich leicht zu ihr hinüber, während seine Hand sanft die Rückseite ihrer Finger berührte. Ihr Atem stockte. Sie wusste, dass etwas in der Luft lag, etwas, das weit über ein einfaches Kennenlernen hinausging.
„Ich… ich fühle mich auch zu Ihnen hingezogen“, sagte Anna langsam, ihr Herz raste.
Mit jedem weiteren Wort fühlten sie sich zueinander hingezogen, als ob unsichtbare Fäden sie verbanden. Und während sie sich näherkamen, stieg die Spannung ins Unermessliche. Ihre Lippen trennten nur wenige Zentimeter, und sie spürte die Hitze seines Körpers direkt neben ihr.
Die Atmosphäre war geladen, wie ein Gewitter, das sich seinen Weg durch die Dunkelheit bahnte. Jetzt war es nur eine Frage der Zeit, bis einer von ihnen den ersten Schritt machte. Und gerade als Anna sich entschloss, den Sprung zu wagen und ihm näher zu kommen, klopfte es erneut an der Tür – doch diesmal war es nicht mehr die gleiche Macht der Ungewissheit.
Ihr Herz schlug laut in ihrer Brust, als sie sich von ihm abwandte, ein undeutlicher Gedanke schoss ihr durch den Kopf. Was würde dieser ungebetene Besuch für sie bedeuten?
„Bitte, lass uns einfach hier bleiben“, flüsterte Lucas, seine Stimme wie ein Versprechen. Sie spürte, dass es zwischen ihnen knisterte, und einer der beiden musste den ersten Schritt wagen…