Hausmeister der Stille Nähe

Kapitel 1: Der Hausmeister der Stille Die Dämmerung legte sich sanft über das alte Wohngebäude, das sich in der Ecke einer belebten Stadt verbarg. Das Licht der untergehenden Sonne fiel durch die schweren Vorhänge der Balkontüren und warf lange Schatten in die Zimmer. Anna war gerade erst in diese Wohnung gezogen, und noch war der Geruch von frischer Farbe und neuen Möbeln in der Luft. Erstaunt stellte sie fest, wie ruhig es hier war. Dennoch gab es einen besonderen Reiz, der durch diese Stille hindurchdrang. Nicht weit von ihr, in einem kleinen Hinterzimmer, lebte der Hausmeister. Max. Sie hatte ihn einmal beim Vorbeigehen gesehen – einen Mann, der nicht viel sprach, seine Hände fleißig bei der Arbeit anwendend. Er war stark, mit einer Ausstrahlung, die ebenso geheimnisvoll wie anziehend war. Eines Abends, nach einem langen Arbeitstag, beschloss Anna, die schlüpfrige Stille ihres neuen Zuhauses zu durchbrechen. Auf dem Weg zur Küche fiel ihr Blick auf die geschlossene Tür des Hausmeisters. Ein merkwürdiger Anstoß zum Widerspruch. Das Verlangen, die Stille zu durchbrechen, überkam sie. Sie ging unwillkürlich näher, die Neugier über die Wand aus Geduld hinweg. Ein leiser Gedanke flüsterte ihr zu, dass Max vielleicht kein Freund der Stille war, dass er in seiner Abgeschiedenheit nach Nähe suchte. Sie stellte sich vor, wie sie ihm begegnete, diese uneingeladene Verbindung, die sich zwischen ihnen hätte entwickeln können. Anna atmete tief durch, dann klopfte sie an die Tür. Der Herzschlag dröhnte laut in ihren Ohren. Die Tür öffnete sich langsam, und dort stand Max, seine Augen mysteriös, seine Haltung einzudringlich. "Kann ich Ihnen helfen?" fragte er ruhig, doch in seiner Stimme lag ein Funkeln, das den Raum erfüllte. Sie spürte die Spannung zwischen ihnen, den schleichenden Wunsch, die stolze Distanz zu überbrücken. In der Stille des Raumes geschah etwas Unausgesprochenes. Anna trat einen Schritt vor, ihre Hände am Rahmen der Tür. Die Welt da draußen schien zu verschwinden. “Wie oft sind wir einsam, obwohl wir in der Nähe sind?” flüsterte sie, und die Worte hingen in der Luft wie ein Versprechen. Max trat einen Schritt näher, der Raum zwischen ihnen schien zu explodieren und ergriff sie mit seiner Präsenz. Ihre Augen trafen sich, und sie spürte, wie die Hitze zwischen ihnen aufstieg. Doch da geschah es – das erste Zögern, ein Augenblick, der wie ein Ozean zwischen ihnen wirkte, und sie wusste, dass die Stille auf einen Akt der Entschlossenheit wartete.

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